EMSA DER HIRTE

……Glück gehabt, heut haben wir einen guten Schlafplatz gefunden, windgeschützt und versteckt zwischen zwei Hügeln, hier wird uns niemand stören.

Doch dann hören wir plötzlich Schafe und flüchten uns ins Dachzelt, weil wir jeglichen Kontakt mit den Hirtenhunden, die selbst Autos angreifen, vermeiden wollen.

Wir beobachten, wie die Schafsherde an unsrem Nest vorbeizieht, für den Schäfer bleiben wir erst einmal unentdeckt.

Doch plötzlich steht er vor uns und ist überrascht hier ein Auto vorzufinden und dann noch mit so einem Ding auf dem Dach, aus dem zwei Köpfe rausgucken.

Er fuchtelt aufgeregt um sich und wir verstehen, dass Emsa uns in sein „Dorf“, zu sich nach Hause, zum Essen einladen will und dass wir dort schlafen sollen.

Eigentlich hatten wir grad gegessen und der Platz war uns auch sehr recht, aber wir stimmen letztendlich zu.

Eine gute Entscheidung! Im Dorf angekommen muss Emsa erst einmal die scharfen Hirtenhunde beruhigen, die ihr Revier bis aufs Blut verteidigen und davon gibt es 20 Stück für 5 Hütten. Er wird uns in der Zeit im Dorf jedes Mal begleiten um uns vor den Hunden zu schützen.

Die Hütten werden von einer Sippe bewohnt. Oma, Mutter und Vater, die drei Söhne mit ihren Frauen und Kindern und Emsa mit seiner Freundin.

Die Männer sind Hirten, sie hüten 2000 Schafe, schlachten sie und fahren ab und zu in die Stadt nach Tiflis um ihre selbstgemachten Lebensmittel zu verkaufen.

Die Frauen sind für die Kühe zuständig (150 Stück) und stellen all diese wunderbaren Leckerbissen der georgischen Küche her.

Wie wir das erfahren haben ohne georgisch oder russisch zu können? Da wurde auf die Frau gezeigt, dann „muhhh“ gemacht, dann auf das leckere Joghurt: Ist das „muhhh“ oder „mähhh“ usw.

Da saßen wir nun in der Hütte, die sehr gemütlich war, zwei Betten, ein Holzofen, ein Regal, ein Tisch und Stühle. Das Dorf hatte so langsam mitbekommen, dass Emsa irgendwen mitgebracht hatte und so schauten nach und nach die Kinder des Dorfes mit ihren Köpfen durch die Tür, einige erschraken und versteckten sich gleich wieder, andre trauten sich rein und beäugten uns erst einmal.

Der Tisch wurde flink gedeckt….Brot, Butter, Käse, Joghurt, Fleisch, Himbeeren und Sahne. Was für ein Schmaus!

Die Hütte wurde immer voller, einer nach dem andren kam auf ein Glas Chai-Tee vorbei, zu späterer Stunde war dann die ganze Sippe in einem Zelt und obwohl keiner die Sprache des anderen konnte, war es ein sehr geselliger und lustiger Abend.