ARAGATSBESTEIGUNG – DER HÖCHSTE BERG ARMENIENS

Der höchste Berg Armeniens ist der Aragats, ein ehemaliger Vulkan, um dessen Krater sich 4 Gipfel herheben: Süd-, West-, Nord- und Ostgipfel.

Einer dieser Gipfel sollte es sein, am besten der Höchste mit 4092 m, der Nordgipfel.

Da das Wetter bei solchen Aktionen meistens nicht auf unsrer Seite ist, entschieden wir uns diesmal auf Nummer sicher zu gehen und vertrödelten noch ein bisschen Zeit in der Hauptstadt Yerevan bis optimale Bedingungen angesagt waren:

Blauer Himmel, Sonnenschein. Perfekt! Los geht’s!

Um halb 5 in der Früh schälten wir uns aus unsren warmen Schlafsäcken um beim Wandern noch etwas von der schönen Morgenstimmung mitzubekommen…..

…bei 0 Grad ersehnten wir die ersten Sonnenstrahlen herbei.

Wir marschierten los……… blauer Himmel……und nach einer Stunde schob sich die Sonne hinter dem Bergrücken empor. Beste Bedingungen.

Nach drei Stunden hatten wir den Sattel zwischen Süd- und Ostgipfel erreicht und der Blick auf den „Krater“ wurde frei.

Herrlich! Und da war er nun direkt vor uns der Nordgipfel, imposant und mit Schnee bedeckt…..Grödel hatten wir dabei, aber keine Gamaschen…wir machten Brotzeit und grübelten von welcher Seite man wohl auf diese imposante Felsformation hoch gehen könnte.

Dann starteten wir hinab in den Krater um auf der anderen Seite wieder empor zu wandern. Unten angekommen fiel unser Blick auf die sich vor uns auftürmende Gewitterwolke, die mit jeder Sekunde weiter in den Himmel wuchs.

„Das kann nicht wahr sein!“ Aufgrund der imposanten Erscheinung entschieden wir uns umzudrehen und den Krater wieder hoch zu laufen.
Aber die Aragatsbesteigung wollten wir uns nicht nehmen lassen und bestiegen über die Schneeseite den Südgipfel, immerhin 3898 m.

Der Nebel verdichtete sich, ein eisiger Wind blies. Wir entschieden uns für einen schnellen Abstieg.

Und trotz der blauen Himmel-Sonnenschein-Vorhersage fing es nun an leicht zu regnen und zu graupeln…..“grrr.“

Nun war das Auto schon in Sichtweite und wir freuten uns, dass wir diesmal nicht mit total nassen Klamotten dort ankommen.

Neben dem Weg parkte ein Armenier mit seinem 4×4 Auto und war grad dabei es sich ein bisschen gemütlich zu machen.

Er sprach uns an, russisch können wir leider immer noch nicht., aber „coffee“ verstanden wir, wir nickten.

Er war sehr skurril, mit seinem alten Adidas-Jogginganzug, Gummistiefeln und einer Weste mit Taschen, in denen sich alles Mögliche befand.

Sein klappriges Auto war Messi-mäßig beladen, aber es schien so als würde man dort drin alles finden was man zum Überleben benötigte.

Um es vorweg zu nehmen, es dauerte 2 Stunden bis wir endlich eine kleine warme Tasse Kaffee in unsren Händen hielten.

Erstmal wurden die Utensilien für das Projekt „coffee“ in aller Ruhe zusammengesammelt….Steine, Holz, Kaffeetopf und eine Zange um ihn drauf zu stellen.

Er rührte den Kaffee an und packte nebenbei alles Mögliche zum Essen aus und platzierte und präsentierte es auf der Motorhaube:

Selbstgepflückter Tee, Pfannkuchen, Honig, unreife, noch mit beiden Schalen versehene Wallnüsse, die wurden schnell halbiert und uns zum probieren angeboten…naja.

Ach ja coffee…

1 Versuch ein Feuer zu machen…..wieder aus.

2 Versuch: Mehr Holz, Axt im Auto suchen….wieder aus.

3 Versuch: Größere Steine als Windschutz…..wieder aus.

4 Versuch: Zwei Feuerfächer aus dem Auto….wieder aus.

5 Versuch: Zeitungspapier, davor aber kurz noch lesen…..wieder aus.

Ok, erstmal einen Apfel aufschneiden, Brot mit Honig…

Es donnert…

6 Versuch: Ein Stein unter das Holz legen….wieder aus.

7 Versuch: Benzin…..wieder aus.

Noch ne Walnuss, noch mehr Honigbrot…

Es zieht zu, es wird kälter…

8 Versuch: Noch mehr Benzin…..es brennt leicht.

Zwei polnische Wanderer kommen, er läd sie auch auf einen coffee ein.

Es fängt an zu nieseln…

Der Kaffee ist lauwarm, er schenkt ein, die zwei Polen trinken ihn.

Neuen Kaffee anrühren.

Es regnet leicht…

9 Versuch: Eine Schachtel Streichhölzer….wieder aus.

Es fängt an zu graupeln…

Erstmal ein bisschen Gurke abschälen und essen…

10 Versuch: Benzin, Schachtel Streichhölzer, Feuerfächer….wieder aus.

Es hagelt….

Wir stellen uns mit den Polen Adam und Agar unter einen Verschlag, er probiert es weiter.

Er bringt uns aufgeschnittene Tomaten vorbei…

Es hagelt so stark, dass alles weiß ist…

Wir wechseln in einen kleines Steinhäuschen…

Mittlerweile sind wir so durchgefroren und nass, dass wir gerne auf den Kaffee verzichten würden.

Das Spiel beginnt von vorne, er baut die Kochstelle im Steinhäuschen auf…

Ein Mann der in der Nähe wohnt kommt vorbei.

Er holt so etwas wie Grillanzünder.

Wir müssen unser Schutzhäuschen verlassen, die Rauchentwicklung ist zu groß.

14 Versuch: Grillanzünder….. das Feuer brennt, der „coffee“ kocht.

Wir trinken warmen Kaffee, dank dem unermüdlichen Einsatzes unseres Freundes, mit Sicherheit den Besten, den wir je getrunken haben!