DER IRAN ODER TREFFENDER: PERSIEN

Wenn man so reist wie wir lernt man ein Land erst richtig kennen. Man muss mitten drin sein. Nicht an irgendeinem Flughafen landen und dann von Stadt zu Stadt, von Hotel zu Hotel springen. Man muss raus, in die Dörfer, auf die Berge, in die Wüste, in die endlegensten Ecken. Dann kann man vielleicht von sich sagen, dass man das Land und die Leute ein bisschen kennengelernt hat.

Der Iran ist rießig, 4 mal so groß wie Deutschland.

Eindeutig zu groß für ein 30 Tage Visum.

Unzählige Kilometer haben wir im Iran zurückgelegt, zwischendurch haben wir auch mal angehalten und es hat sich gelohnt.
Der Iran ist ein wunderbares Land und die Menschen hier sind einzigartig.

Noch nie wurde uns so viel Gastfreundschaft wie hier entgegen gebracht.

Die Leute winken uns zu, hupen, begrüßen uns auf der Straße und wollen Fotos mit uns machen. Wer sich einmal als Superstar fühlen will, der sollte in den Iran fahren.
Die Menschen hier sind freundlich, offen, unglaublich großzügig und selbstlos.

Wie oft haben wir Dinge geschenkt bekommen, sei es die Maut auf der Autobahn, Benzin, Obst und Gemüse oder ein dringend benötigter Haarschnitt.

Menschen, die uns nicht kennen, nichts von uns wissen, begrüßen uns herzlich und zahlen unsere Einkäufe oder bieten ihre Hilfe an, gar nicht erst die Rede von den vielen Iranern, die uns zu sich nach Hause eingeladen haben und uns bewirtet haben. Selbst wenn nicht viel vorhanden war, das Beste was sie hatten wurde uns angeboten.

Menschen, die handelten ohne uns zu kennen, ohne unsere Sprache zu sprechen und ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wie kann das sein? Das hatten wir so nicht erwartet! Dies hat uns tief im Herzen berührt. Das regt zum nachdenken an, auch über sein eigenes Handeln und Tun im Alltag. Die Iraner sind sicher ein gutes Vorbild.

Kulturell hat der Iran sehr viel zu bieten. Auch wir besuchten alte Städte wie Persepolis, Feuertempel, Moscheen, Paläste, Heiligtümer, Festungen, Brücken, Basare, Windtürme, Wüstenstädte, Gräber und vieles mehr. Somit tauchten wir in die Historie und Kultur des Landes ein und lernten auch den Islam kennen.

Aber das Sammeln von Sehenswürdigkeiten war uns nie wichtig, wir wollten lieber das Land und die Leute erleben.

Die Weite des Landes machte es uns leicht immer gute und abgelegene Stellplätze zu finden, oft in wirklich atemberaubender Landschaft, in der Salzwüste, an Salzseen, zwischen den Sanddünen, im Gebirge, in Steppenlandschaft, meist menschenleer und still.

Es gab keinen Moment in dem wir uns unwohl gefühlt haben, auch ich als Frau. Gewisse Regeln sollte man einhalten und an das Kopftuch gewöhnt man sich schnell, wenn man herausgefunden hat, wie es auch bei Wind auf dem Kopf bleibt.

Der Iran ist sehr sicher, die Polizei ist sehr präsent, aber nicht aufdringlich. Sie bestraft am liebsten Verkehrssünder.

Kein einziges Vorurteil über den Iran wurde bestätigt, im Gegenteil, dieses Land ist ein fantastisches Reiseziel, dazu tragen die Menschen einen großen Teil dazu bei.

Man kann dem Land nur wünschen, dass es sich weiter öffnet und trotz dann wachsendem Tourismus seinen Charme nicht verliert.